Pflege Tipps

Warum?

Warum verstimmt sich ein Klavier?

… weil Holz und Metalle keine toten Materialien sind, bewegen sie sich, in Abhängigkeit von Temperatur - und Luftfeuchtigkeitsveränderungen. Man kennt das Phänomen ja auch von Türen und Fenstern.

Insbesondere die Saitenspannung (ca. 80 kg/Saite Zugkraft) verändert sich dabei täglich, zwar minimal, aber kontinuierlich. Bei neuen Instrumenten sogar mehr als erwünscht, bedingt durch die höhere Elastizität des neuen Saitenmaterials. Durch heben und senken des Resonanzbodens werden die über den Klangsteeg geführten Saiten (ca. 230 Stk.) ständig angespannt und/oder entlastet. Dadurch entstehen Spannungsdifferenzen in den Saitensträngen, die es gilt, immer wieder auszugleichen. 18-20 Tonnen Zugkraft der gesamten Besaitung muss dabei der Stahlrahmen sein ganzes Instrumentenleben übernehmen und aushalten. Dabei kann, bei richtiger und regelmäßiger Pflege, so ein mechanisches Wunderwerk durchaus 250 Jahre alt werden!

Die Industrie empfiehlt daher einen Stimmintervall von 2x jährlich einzuhalten.

 

Wann?

Wann sollte man sein Instrument stimmen und nachsehen lassen?

Unabhängig von den Jahreszeiten, möglichst im selben Monat zu stimmen und zu kontrollieren, bringt über das Jahr gesehen die beste Stimmhaltbarkeit! Die Regelmäßigkeit ist dabei entscheidend und die beste Grundlage für eine perfekte Ausarbeitung, wunderschöne Klangentwicklung und Strahlkraft, sowie Langlebigkeit des Instrumentes, akustisch wie mechanisch. Auch wenn ihr Klavier/Flügel bedauerlicherweise mal nicht benutzt wird, sollte doch in einem zwar größeren, aber regelmäßigen Abstand nachgesehen und gestimmt werden. Man kann dann kontinuierlich zwei Jahre aussetzen, ohne Schäden zu verursachen.

Die so genannte „Heizperiode“ ist dabei nachgewiesener Weise zu vernachlässigen und nur eine faule Ausrede sich die jährliche Stimmung zu sparen. Denn Temperaturwechsel gibt es ja das ganze Jahr über, so dass eine Stimmung nie möglich würde.

 

Wichtig

Die Luftfeuchtigkeit ist ein wichtiger Faktor wenn es darum geht, die Mechanik und das Wirbelfeld, auch Stimmstock genannt, vor allzu starker Trocknung, insbesondere durch Heizungseinflüsse zu schützen.  Lockerungen sämtlicher Verschraubungen führen zu schlapprigem, unpräzisem Spielgefühl. Die Mechanik wird dann unangenehm hörbar klapperig.

Im umgekehrten Fall führt zu hohe Raumfeuchte zum erlahmen und oft sogar zur Schimmelbildung. In beiden Fällen ist ein unangenehmes Spielgefühl die Folge.

Der Idealwert der Luftfeuchtigkeit beträgt dabei 55%, auf dem Hygrometer, bei 22° C.

 

Nur ein perfekt abgestimmtes und regelmäßig gepflegtes Instrument klingt und funktioniert dauerhaft gut, und es bereitet Ihnen, den Kindern und Ihren Enkeln viele Jahrzehnte lange Freude beim Spielen.

Auch wenn Ihr Instrument wenig gespielt wird, (z.B. 1/2 Stunde in der Woche), sind klimatische Bedingungen die hauptsächlichen Ursachen für Veränderungen. Diesen gilt es hauptsächlich entgegenzuwirken.

 

Standort

Der Ideale Standort für ein Klavier/Flügel währe wohl ein spezielles Musikzimmer, mit bestem Raumklima bei konstanten 20°Celsius und einer idealen- und konstanten-, sowie relativen Luftfeuchtigkeit von 55%. Dies ist aber nur mit einem erheblich finanziellen, technischen und Architektonisch baulichen Aufwand zu ermöglichen.  Der Normalfall  ist eher das Wohnzimmer. Es sollte dabei ein Standort gewählt werden, der sich nicht in der nähe einer Heizquelle- und möglichst nicht im direktem Sonnenlicht befindet. Besonders schwarze Oberflächen heizen sich dabei besonders stark auf, sodass diese sich von ihrem Untergrund ablösen können, sog. Furnierablösungen. Ob Außenwand oder Innenwand hängt von der Isolation bzw. von der Beschaffenheit des Mauerwerks ab. Bei alten Häusern (z.B. Sandsteine) sollte man die Außenwand wegen erhöhter Feuchtigkeit besser meiden, oder einen Abstand von min. 10 cm einhalten. Hingegen neues Mauerwerk (ab ca. Bj. 1980) keiner Einschränkung bedarf. Bei Fußbodenheizung sollte man wegen der Stau-wärme darauf achten, dass ein Klavier nicht direkt flächig auf dem Fußboden steht und für einen Zirkulationsabstand von ca. 5 cm sorgen. Wenn möglich das Klavier von der Unterseite noch mit einer Isolierung ausstatten lassen.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Klavierstimmer Betrieb